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Tipps zum sicheren Transport von Tieren im Sommer Von Tierärztin Dr. Anette Fach Hitze bedeutet für jeden Körper Stress. Der Körper wendet bei kalten oder warmen Umgebungstemperaturen mehr Stoffwechselarbeit auf, um seine eigene Temperatur im Normalbereich zu halten. Nur in diesem Normalbereich können die inneren Organe richtig funktionieren. Patienten mit Grunderkrankungen - vor allem die das Herz- Kreislaufsystem betreffen - sind in Extremsituationen noch mehr gefährdet als gesunde Individuen. Bei extremen Temperaturen kann der Körper nach einer bestimmten Zeit seine Körpertemperatur nicht mehr korrekt aufrecht halten. Die Temperatur passt sich dann langsam der Umgebungstemperatur an. Ein Erfrieren bzw. Sterben an Hitzschlag durch akutes Herz-Kreislaufversagen ist die Folge. Wenn es nicht unbedingt sein muss, sollten Tiere an sehr heißen Tagen gar nicht transportiert werden. Sollte es doch notwendig sein, ist ein klimatisiertes Transportmittel unabdingbar. Der Transport sollte am besten in den kühleren Stunden des Tages (morgens) erfolgen. Währenddessen Wasser in einem geeigneten Gefäß anbieten. Kühlakkus können beispielsweise unter ein Handtuch in die Transportbox gesteckt werden (Achtung: direkten Kontakt mit den Akkus vermeiden). Angefeuchtete dünne Baumwolltüchern können sowohl über die Box (Achtung: nicht dick einpacken, sondern auf eine ausreichende Belüftung des Boxeninneren achten), als auch auf das Tier gelegt werden. Bei Kaninchen kann ein angefeuchtetes Tuch auf oder um die Ohren gelegt werden. Dies sorgt bei den gut durchbluteten Ohren für direkte Kühlung und wird meist von den Tieren gut toleriert. Auch ein Befeuchten des Fells des Tieres ist hilfreich. Sollte bereits eine Überhitzung vorliegen, gilt grundsätzlich (wie auch beim Mensch): ein stark überhitztes Lebewesen nicht komplett und zu schnell abkühlen. Auch bei der Unterbringung der Tiere Zuhause können diese Maßnahmen angewandt werden. Bei kleinen Heimtieren wie Meerschweinchen und Kaninchen sollte das Gehege bzw. der Stellplatz in der Wohnung im Schatten liegen. Da diese Tierarten besonders hitzeempfindlich sind. Körperliche Belastungen wie z.B. mit Hunden Radfahren oder Joggen gehen, sollten ebenfalls nur in kleinem Rahmen bzw. nach individueller Belastbarkeit des Tieres erfolgen. Der dramatische und schnelle Temperaturanstieg in einem abgestellten Auto kann nicht oft genug betont werden. Es reicht nicht aus, ein oder auch alle Fenster einen Spalt geöffnet zu lassen. Die Temperatur im Auto, vor allem bei direkter Sonneneinstrahlung aber auch im Schatten, steigt innerhalb kürzester Zeit extrem an: Bereits bei 20° C Außentemperatur erreicht die Temperatur im Fahrzeug nach 5 Minuten schon 24°C, nach 10 Minuten 27°C, nach 30 Minuten 36°C und nach einer Stunde sind es 46°C im Auto! Eine Todesfalle für ein eingeschlossenes Lebewesen.
Hitzschlag Von Tierärztin Dr. Anette Fach In der tierärztlichen Praxis werden bei erhöhten Umgebungstemperaturen regelmäßig Tiere mit Hitzschlag vorgestellt. Selbst, wenn die Behandlung erst mal erfolgreich erscheint, drohen als Spätschäden Nierenversagen und Gerinnungsstörungen mit Todesfolge. Der klassische Hitzschlag entsteht, wenn ein Tier im heißen oder sich unerwartet erwärmenden Auto gelassen wird. Dies kann für das Tier schnell zu einem lebendbedrohlichen Notfall werden. Die Symptome einer Überhitzung sind Hecheln, Unruhe, Schwäche, Teilnahmslosigkeit bis hin zu Bewegungsstörungen wie Schwanken/unkoordinierter Gang. Die wichtigste Maßnahme ist, das Tier erst mal in den Schatten bringen und vorsichtig zu kühlen. Dazu kann man das Tier mit lauwarmem Wasser abspritzen (beginnend an den Pfoten über die Beine, das Hinterteil, über den Rücken zum Nacken) oder kühlen Umschlägen behandeln. Eine langsame Abkühlung ist hierbei bedeutsam. Danach kann der Transport in einem gekühlten Auto zum Tierarzt erfolgen. Eine weitere Hitzebelastung sollte unbedingt vermieden werden. In der Tierarztpraxis sollte man sich sicherheitshalber anmelden (lassen), damit auch ein Tierarzt vor Ort und einsatzbereit ist, um das Tier entsprechend notfallmäßig behandeln zu können. Die Behandlung beim Arzt besteht aus kühlen Infusionen, Medikamenten und evtl. auch Sauerstoffzufuhr. Meist wird auch ein Antibiotikum als Nachbehandlung eingesetzt, da durch den Hitzschlag und der daraus resultierenden Minderdurchblutung der inneren Organe eine geschwächte Abwehrlage im Körper entstanden ist, die das Auftreten von bakteriellen Infektionen begünstigt. Speziell kleine Heimtiere: Von unseren Haustieren sind vor allem Kaninchen und Meerschweinchen auch so schon, ohne Transportsituationen oder Aufenthalt in Fahrzeugen, sehr hitzeanfällig. Daher sollten die Außengehege und Käfige in der Wohnung bei diesen Tierarten immer größtenteils im Vollschatten stehen. Wasser sollte stets frisch zur freien Verfügung stehen. Im Sommer kann zusätzlich zum sonst vorhandenen Trinknapf eine weitere flache, standfeste Schale mit Wasser angeboten werden. Hier können die Tiere dann auch beispielsweise die Pfoten eintunken.